Retrospektive Konrad Wolf

Konrad Wolf zählt zu den prägenden Figuren des deutschen Films im 20.Jahrhundert. Als Regisseur und Drehbuchautor entwickelte er eine filmische Sprache, die sowohl die Lebensrealität im Osten Deutschlands widerspiegelte als auch universelle Themen wie den Widerstand gegen Faschismus und die Auseinandersetzung mit der deutschen Teilung behandelte.

Besonders in den 1960er und 1970er Jahren galt Wolf als eine der zentralen Figuren des DEFA-Studios. Wolf selbst hat durch seine Arbeit als Regisseur und als Künstler die Entwicklung des deutschen Films maßgeblich beeinflusst und über die Grenzen der DDR hinausgewirkt. Seine Werke, die häufig von sozialkritischen Themen handeln, bleiben auch heute relevant und bieten wertvolle und ungeschönte Perspektiven auf die deutsche Geschichte.

In einem von der Bundeszentrale für politische Bildung geförderten Projekt bringt der Bundesverband kommunale Filmarbeit e.V. in Zusammenarbeit mit dem Filmverleih der DEFA-Stiftung eine ausgewählte Sammlung der Filme von Konrad Wolf zurück in die Kinos. Anlass ist der 100. Geburtstag des Regisseurs im Jahr 2025.

Filme

DDR | 1968 | 119 Min.

Konrad Wolfs persönlichstes Filmwerk: stark geprägt durch autobiographische Elemente aus seinem Leben erzählt der Film von einem jungen sowjetischen Leutnant deutscher Abstammung, der in seine ehemalige Heimat zurückkommt. Ein Film von ebenso großer Authentizität in den Details und nüchterner Beobachtung wie packender emotionaler Zuspitzung. Nachgespräch mit Freya Glomb.

Termin liegt in der Vergangenheit

DDR | 1971 | 134 Min.

Konrad Wolf zeigt Goya, den Hofmaler Karls IV. von Spanien, als einen Mann des Widerspruchs. Er glaubt an den König und die Kirche - doch je weiter er in das Leben des Volkes eindringt, daraus Motive für seine Kunst schöpft, desto größer wird seine innere Pein angesichts der Zustände im Land.

Termin liegt in der Vergangenheit

DDR | 1980 | 104 Min.

Konrad Wolfs letzter fertiggestellter Spielfilm vereint noch einmal alle großen Stärken des Regisseurs: im Zentrum steht eine Frau, die eigenwillig und voller Lebensgier ihren selbst gewählten Weg geht, allen Niederlagen und Enttäuschungen zum Trotz. Mit Nachgespräch mit Kameramann Eberhard Geick.

Termin liegt in der Vergangenheit

DDR | 1974 | 97 Min.

Kemmel, ein erfahrener Künstler mit eigenem Kopf, stößt mit einem Entwurf auf Skepsis. Während er an einer Figur arbeitet, prallen künstlerische Freiheit, Bürokratie und Alltagsleben aufeinander. Der Film zeigt den Versuch, Kunst im öffentlichen Raum unter sozialistischen Bedingungen zu realisieren.

Termin liegt in der Vergangenheit

DDR, BUL | 1959 | 92 Min.

DEFA-Regisseur Konrad Wolf schuf mit diesem visuell faszinierenden Drama einen der beeindruckendsten Filme des DDR-Kinos - ein Film voller Poesie, Gefühl und menschlicher Haltung. Nachgespräch mit Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Lisa Schoß.

Termin liegt in der Vergangenheit