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Sonntag, 31. Januar 2016

Die Akte Tschaikowsky

Deutschland 2015, 82 Min
Regie: Ralf Pleger

Der Film erzählt die Geschichte des russischen Komponisten Peter Tschaikowksy (1840-1893) auf neue Weise. Tschaikowsky gilt als Russlands berühmtester Tonsetzer. Mit Werken wie „Schwanensee“, „Eugen Onegin“ und der Symphonie Nr. 6 „Pathétique“ hat er Welterfolge geschaffen. Er wird als Nationalheld gefeiert. Und: Tschaikowsky war schwul, damals wie heute ein Tabu in Russland.

Mit einem radikalen filmischen Kunstgriff werden Tschaikowskys Abenteuer ins Hier und Heute geholt. Das Ringen des Komponisten mit seiner Homosexualität, die schwerwiegenden Folgen seiner Krise und die Verquickung von Leben und Werk werden mit Blick auf heutige Szenarien erzählt. Dabei wird nicht nur Tschaikowskys Verhängnis, sondern auch sein künstlerisches Vermächtnis mit der Gegenwart konfrontiert. Die aktuelle Brisanz seines Falls rückt ebenso ins Blickfeld wie die – oftmals verkannte – Modernität seiner Musik.

Die Geschichte wird sowohl von Tschaikowskys Musik als auch von seinen eigenen Worten getragen. Letztere basieren ausnahmslos auf intimen Briefen und Tagebucheinträgen des Komponisten. Aus Tschaikowskys Perspektive heraus eröffnet der Film eine opulente Bilderwelt voller Magie, Dramatik und emotionaler Wucht. Vor der Kamera schlüpft der junge Schauspieler und Musical-Star Dirk Johnston in die Rolle von Tschaikowskys Liebhaber. Zu den vielen Überraschungen des Films gehört auch ein Gesangsauftritt von Dirk Johnston.

Eine weitere Basis des Films bilden Interviews mit namhaften internationalen Künstlern und Experten, darunter der russische Ballett-Star Vladimir Malakhov, der amerikanische Orgelvirtuose und Exzentriker Cameron Carpenter. Mit ihren Tanz- und Musikkreationen stehen diese Künstler außerdem für einen besonders originellen und zeitgemäßen Umgang mit Tschaikowskys Werken. In den Interviews offenbaren sie ihren persönlichen und zum Teil sehr emotionalen Zugang zu Tschaikowsky und seiner Musik. Unterstützt von dem Biografen Philip Bullock und der Tschaikowsky-Forscherin Kadja Grönke, gibt der Film Anstoß zu einer spannenden und aufschlussreichen Debatte um Tschaikowskys Aktualität.

Filmvorführung und Publikumsgespräch: mit dem Regisseur Ralf Pleger (Berlin), dem Slawisten Prof. Philip Ross Bullock (Oxford) und der Musikwissenschaftlerin Priv.-Doz. Dr. Kadja Grönke (Oldenburg)

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Symposiums „Musik und Homosexualität – Homosexualität und Musik“, veranstaltet von der Hochschule für Künste Bremen, statt.

Pressebilder zu »Die Akte Tscheikowsky«

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