Der verschwundene Soldat
Über den Film
Im Morgengrauen nach einem Kampfeinsatz im Gaza-Streifen entfernt sich Shlomi Aharonov, ein 18-jähriger Infantriesoldat der Golani-Brigade, von seiner Einheit und der Truppe und läuft los. Sein Weg führt ihn zunächst zum Haus seiner Eltern in der Siedlung Sde Uziel auf dem Land. Seine Eltern trifft er nicht an. Als Soldaten vor dem Haus auftauchen, um offensichtlich seine Eltern aufzusuchen, flüchtet Shlomi mit einem Fahrrad. Schließlich gelangt er mit einem Militärbus, in welchem er unerkannt mitfahren kann, nach Tel Aviv. Dort besucht er seine Freundin Shiri bei der Arbeit.
Als Shlomi erfährt, dass die Militärführung davon überzeugt ist, dass er in den Kriegswirren entführt wurde, versteckt er sich nicht mehr vor den Soldaten, von denen er glaubte, dass sie hinter ihm her sind, sondern vor seiner eigenen Identität, die zu einer Falle geworden ist. Trotz der Bitten seiner Eltern, zu seiner Einheit zurückzukehren, bevor es zu spät ist, geht Shlomi ein verzweifeltes Risiko für die Liebe ein – mit dramatischen Folgen.
Diese tragisch-komische Reise, die sich über einen Zeitraum von 24 Stunden in den heißen und feuchten Straßen von Tel Aviv abspielt, wechselt von Schrecken zu Hoffnung, von Romantik zu Albtraum.
Der junge Regisseur Dani Rosenberg inszeniert ein pulsierendes Drama mit klarer Haltung, einen Antikriegsfilm, der den Nahostkonflikt aus israelischer Sicht schildert und dabei die Siedlungspolitik der eigenen Regierung scharf kritisiert. Dabei zeigt er, dass die Risse nicht nur durch die israelische Gesellschaft gehen, sondern auch Familien und Freundeskreise einer Generation betreffen, die mitten im Konflikt aufwächst. Shlomi mag vorübergehend die Flucht gelingen, doch ein Entkommen kann es nicht geben. Gedreht lange vor dem Massaker der Hamas vom 7. Oktober, wirkt der Film nun fast wie aus einer anderen Zeit und zugleich umso dringlicher.
epd Film
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Laufzeit: seit dem 17. Oktober 2024
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