Palliativstation
Über den Film
In seinem vierstündigen Dokumentarfilm Palliativstation zeigt Philipp Döring in behutsamer Weise den Alltag auf einer Palliativstation. Er schenkt intime Einblicke auf herzliche, humorvolle Beziehungen, die sich zwischen schwer erkrankten Menschen, Pflegenden und Ärzt*innen entspinnen, ohne Ängste, schwierige Entscheidungen und Trauer auszublenden. Über zwei Monate hat er dafür die Arbeit eines interdisziplinären Teams beobachtet, wie sie erkrankte Menschen, ihre An- und Zugehörige auf den Wegen zwischen Leben und Sterben begleiten. Das bekannte Zitat: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“ von Cicely Saunders (einer der Begründerinnen der Palliative Care) wird auf diese Weise durch den Film anschaulich und erfahrbar.
Nach dem Film gibt es ein Gespräch mit dem Filmemacher Philipp Döring, moderiert von Prof.in Dr.in Carla Wesselmann.
Das ist eine interdisziplinäre und öffentliche Veranstaltung für alle Interessierte, organisiert von Prof.in Dr. Carla Wesselmann, Hochschule Emden/Leer
(...) Es sind vier Stunden, die erstaunlicherweise kürzer nicht sein dürften, weil das Kino sie als etwas selten Wertvolles bewusst macht: als Lebenszeit und als Geschenk; als ein Kreislauf mit steter, bisweilen schmerzhafter Repetition und umso kraftvolleren Überraschungen. Erst die Dauer des Films lässt die körperlichen wie emotionalen Widerstände schwinden, sich einem Thema zu stellen, das unbequem und nach wie vor tabuisiert ist. Und es entsteht eine Nähe, ohne dass sich die Kamera aufdrängen muss: Wir lachen und weinen mit den Protagonist:innen, lernen sie kennen und müssen sie wieder gehen lassen. So sind es vier Stunden voller Bekanntschaften. Aber auch voller Ambivalenzen im Dokumentieren und Erleben individueller Grenzerfahrungen. Als offener Raum zwischen Zumuten und Zutrauen.
Jurybegründung 3sat-Dokumentarfilmpreis
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Laufzeit: seit dem 30. November 2025
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