Lange Schatten des Schweigens
Über den Film
Der Rassismus-Forscher und Sozialpädagoge Rudolf Leiprecht ist fast 40 Jahre alt, als er ein lange gehütetes Familiengeheimnis erfährt: Fast beiläufig erzählt ihm sein deutscher Vater, dass der (verstorbene) niederländische Großvater ein Jude war. Mehr erfährt er von seinen Eltern nicht. Alle Gesprächsversuche sind vergeblich. Rudolf Leiprecht begibt sich also auf eine lange Suche und produziert schließlich einen Dokumentarfilm, der die Geschichte einer verbotenen Liebe zwischen einem 16-jährigen Mädchen aus einer jüdisch-holländischen Familie (seiner Mutter) und einem 22-jährigen katholisch-deutschen Besatzungssoldaten (seinem Vater) zum Thema hat.
Der Dokumentarfilm konzentriert sich auf die 1940er und 1950er Jahre und zeigt eine komplizierte Familiengeschichte zwischen Deutschland und den Niederlanden, zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Menschen. Es geht um Liebe, aber auch um Antisemitismus, Rassismus und Gewalt, um Schweigen und Tabus, um lange Schatten und Verletzungen, die auch die nachfolgenden Generationen begleiten. Die Kriegsjahre in den (besetzten) Niederlanden und in Deutschland, das rassistische antisemitische Regime des Nationalsozialismus und die Regeln, Praktiken und Folgen des nationalsozialistischen Konzepts der »Rassenschande« bilden den politischen Kontext. Deutlich wird unter anderem, dass und wie die nationalsozialistische Ideologie nach Kriegsende weiterwirkte und wie sich die Gewalt der ‚äußeren‘ Verhältnisse allmählich auch auf die ‚inneren‘ Familienverhältnisse auswirkte.
Mit Nachgespräch mit Autor und Regisseur Rudolf Leiprecht.
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Laufzeit: seit dem 07. September 2025
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