Ich war neunzehn

Regie: Konrad Wolf |
DDR | 1968 | 119 Min.
Ich war neunzehn

Über den Film

„Achtung, Achtung! Deutsche Soldaten! Wir beginnen unsere Sendung. Der Krieg ist endgültig verloren. Eure Lage ist hoffnungslos. Wartet nicht. Handelt.“ Fast täglich spricht Gregor Hecker Mitte April 1945 solche Sätze. Die Antwort sind Schüsse. Gregor, gebürtiger Deutscher, emigrierte nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in die Sowjetunion und wuchs in Moskau auf. Er ist 19 Jahre alt, als er als Soldat der Roten Armee in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs in sein Geburtsland zurückkehrt. Da er die deutsche Sprache fließend beherrscht, ist er vor allem als Übersetzer und als Überbringer von Botschaften per Lautsprecher gefragt. Auf seinem Weg begegnet er Menschen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten und Haltungen. Neugierig nähert er sich einem Land, das er zuvor nie bewusst erlebt hat und das sowohl einen Goethe als auch einen Himmler hervorbrachte.

Der Film ist eng geknüpft an Konrad Wolfs eigene Biografie. Als Wolf 1945 nach Jahren der Emigration in Moskau als Soldat der Roten Armee nach Deutschland zurückkehrte, hielt er seine Eindrücke und Emotionen in einem Tagebuch fest. Verachtung, Bitterkeit und Scham ein Deutscher zu sein, werden spürbar. Die Eintragungen enden abrupt. Für ICH WAR NEUNZEHN befragte Wolf zusammen mit Autor Wolfgang Kohlhaase sein Gedächtnis und erinnerte sich an die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs. Zudem wurden Weggefährten Wolfs aus Kriegstagen in den Entstehungsprozess eingebunden, darunter der spätere Kulturoffizier Wladimir Gall. 

Eine Zerrissenheit zwischen „Heimat“ Sowjetunion und dem „Vaterland“ Deutschland wird Konrad Wolf über sein gesamtes weiteres Leben verspüren. ICH WAR NEUNZEHN sollte nur der Auftakt zu einer filmischen Auseinandersetzung über deutsche-russische Beziehungen sein.

Nachgespräch mit Freya Glomb.

Freya Glomb, geboren 1988 in Berlin, hat einen Masterabschluss der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF im Fach Filmkulturerbe sowie einen Bachelorabschluss in Theaterwissenschaft (Nebenfach Filmwissenschaft) von der Freien Universität Berlin. Im Rahmen des Studiums verbrachte sie ein Erasmussemester in Krakau an der Uniwersytet Jagielloński. Zuvor absolvierte sie eine Ausbildung zur Mediengestalterin Bild und Ton beim Norddeutschen Rundfunk und arbeitete viele Jahre als freiberufliche Filmemacherin, Dozentin und Cutterin. Seit Juni 2024 ist sie als akademische Mitarbeiterin im DFG-Langfristvorhaben »Bilder, die Folgen haben – Eine Archäologie ikonischen Filmmaterials aus der NS-Zeit« beschäftigt. Zu ihren Kernaufgaben gehört hierbei die Arbeit an Videoessays. Zudem ist sie Lehrbeauftragte (»Archivmaterial in der ästhetischen Praxis«) im Studiengang Filmkulturerbe.

Deutsch und russisches OmU

Konrad Wolf

Jaecki Schwarz, Wassili Liwanow, Alexej Ejboshenko

FSK 12

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Laufzeit: seit dem 08. Mai 2026

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