Ich möchte kein Mann sein

Regie: Ernst Lubitsch |
Deutschland | 1918 | 44 Min.
Ich möchte kein Mann sein

Über den Film

Die rebellische Ossi trinkt, raucht und spielt Poker. Dr. Kersten soll dem jungen Mädchen damenhaftes Verhalten beibringen, doch Ossi kontert die Erziehungsversuche mit einem gewagten Rollenwechsel: Sie lässt sich beim Herrenausstatter mit Frack und Zylinder einkleiden und besucht als Mann ein Nachtlokal. Dort trifft sie den ahnungslosen Kersten, mit dem sie sich den “männlichen” Vergnügungen hingibt. Dabei kommen sich beide näher, und nach durchfeierter Nacht kommt es zu einem Kuss. Am nächsten Morgen erwachen Ossi und Kersten im Bett des jeweils anderen.

Der „Ufa-Palast am Zoo“ war vollkommen ausverkauft. Und das will bei den Dimensionen jenes Raumes und der Fülle seiner Plätze schon etwas heißen. Mit :der Kritik mag es im übrigen sein Bewenden haben, denn in solchem Falle hat eben nur das Publikum zu entscheiden. Und dieses amüsierte sich köstlich ... - Erste Internationale Film-Zeitung, Nr. 18-19, 8.5.1920

Ossi Oswalda war ein Phänomen. Sie kam aus dem Nichts (Niederschönhausen), trug einen Künstlernamen (eigentlich hieß sie Oswalda Stäglich), mit dem frau zur femme fatale eher nicht prädestiniert ist. Und sie trug diesen Künstlernamen als Rollennamen mitten ins Zentrum der deutschen Filmwelt der späten Zehner- und ganzen Zwanziger Jahre. Mit dem Tonfilm kam, wie für so viele, sehr abrupt und irreversibel das Ende. Sie starb völlig verarmt 1947, da war sie erst fünfzig. „Was heißt Ernst, Ernst habe ich genug in meinem Vornamen“: Ernst Lubitsch (1892–1947) war ein Meister in der Inszenierung geistreicher Komödien, die seine unverwechselbare Handschrift tragen. Spielerische Leichtigkeit, subtile Andeutungen, beredte Auslassungen, sarkastisch zugespitzte Dialoge, Ironie, Prägnanz und exaktes Timing sind kennzeichnend für den sprichwörtlichen „Lubitsch Touch“. Lubitschs sophisticated comedies wurden stilbildend für die Gesellschaftskomödie, die Anspruch mit Popularität verband. Wiederkehrende Themen der Filme waren Schein und Sein der High Society, Dreieckskonstellationen und die Konventionen bürgerlicher Partnerschaftsmodelle. 

ohne Sprache, live vertont

Ernst Lubitsch

Ossi Oswalda

FSK keine Angabe

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Laufzeit: seit dem 15. März 2026

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