Goya - oder Der arge Weg der Erkenntnis
Über den Film
Ausgehend von der literarischen Vorlage, dem gleichnamigen Roman von Lion Feuchtwanger, zeigt Regisseur Konrad Wolf den Künstler Goya (1746–1828) als einen Mann des Widerspruchs, der zwischen Königstreue und Volksverbundenheit, zwischen ehelicher Treue und seiner Leidenschaft zu Herzogin Alba wankt. Die Schicksalsbegegnung mit der Sängerin Maria Rosario verändert sein Leben.
Als Hofmaler Karls IV. von Spanien ist Don Francisco de Goya y Lucientes zu Ansehen und Wohlstand gekommen. Seine Gemälde zieren die Galerien der Schlösser. In leidenschaftlicher Liebe fühlt er sich zu der Herzogin Alba hingezogen, und gleichzeitig hasst er die hochnäsige Aristokratin in ihr. Er glaubt an den König und die Kirche, genießt seine Stellung bei Hofe. Sein Mitarbeiter und Freund Esteve führt ihn zu den wahren Patrioten des Landes. In einer Madrider Taverne begegnet er der Sängerin Maria Rosario, später muss er miterleben, wie sie von der Inquisition verurteilt wird. Von dem Lied, das Maria als Beweis ihrer Schuld vortragen muss, ist er tief erschüttert. Je weiter er in das Leben des Volkes eindringt, daraus Motive für seine Kunst schöpft, desto größer wird seine innere Pein angesichts der Zustände im Land. Seine Kunst wird zum adäquaten Ausdruck der revolutionären Bewegung des Volkes.
GOYA ist der künstlerisch bedeutendste der acht 70-mm-Filme, die zwischen 1967 und 1973 bei der DEFA entstanden – und eine ihrer aufwendigsten Produktionen. Die Parabel über das Verhältnis von Kunst und Macht wurde in zwei Sprachfassungen (deutsch und russisch) in einem Zeitraum von elf Monaten in Jugoslawien (Dubrovnik u.a.), Bulgarien, auf der Krim (Jalta) und im Kaukasus gedreht, mit Schauspieler*innen aus acht Ländern, 3.000 Kostümen, Waggonladungen von Requisiten und unter Einbeziehung von 120 Gemälden und Originalgrafiken Goyas.