Geheimsache Ghettofilm

Israel, DE | 2010 | 86 Min.
Geheimsache Ghettofilm

Über den Film

1942 drehte ein NS-Filmteam im Warschauer Ghetto – wenige Wochen bevor dort die Deportationen und der Massenmord an der jüdischen Bevölkerung beginnen. Wahrscheinlich auf Anordnung von Propagandaminister Joseph Goebbels sollte dort Material zur Erziehung des deutschen Volkes entstehen. Die Szenen scheinen das jüdische Leben in Warschau abzubilden, aber sie sind von den Filme-Machern entweder direkt gestellt oder durch die Situation im Ghetto präformiert. Entsprechend sind die gezeigten Personen, lebend oder tot, nicht bloß Darsteller, sondern wirkliche Opfer der NS-Judenvernichtung.

Lange galten diese Aufnahmen als authentisch und wurden in Dokumentationen und Museen verwendet. Über ein halbes Jahrhundert später hat Regisseurin Yael Hersonski diese Aufnahmen zum Gegenstand ihres Films gemacht und als Inszenierungen zu entlarven versucht. Sie stellt den unvertonten und nicht untertitelten Bildern Berichte von Augen- oder Zeitzeugen, Aussagen aus Tagebüchern und andere Protokolle gegenüber. Hersonskis Dokumentation wurde in der Filmwelt überwiegend positiv aufgenommen, aber es gab auch die Kritik, dass ihre eigene Inszenierung es nicht vermag, das Amalgam von Propaganda und Wirklichkeit aufzulösen.

Deutsch und Orginalsprache mit dt. UT

FSK 16

Tickets

Laufzeit: seit dem 20. Juni 2023

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31. Juli bis 31. August

Sommerkino

22 Filme unterm Sternenhimmel auf dem Kulturplatz hinter der Kulturetage.

Hier findet ihr das komplette Programm