Duvarlar-Mauern-Walls

Regie: Can Candan |
Deutschland | 2000 | 84 Min.
Duvarlar-Mauern-Walls

Über den Film

Ein einmaliges Zeitdokument, das anhand von Gesprächen die Folgen des Mauerfalls für den Alltag türkischstämmiger Berliner*innen in den Jahren nach der Deutschen Einheit beleuchtet.

Für seinen Dokumentarfilm befragte der Regisseur Can Candan in den Jahren 1990/91 Mitglieder der türkischen Community Berlins: Als er 1990 aus den USA nach Berlin reist, leben dort etwa 140.000 türkischstämmige Migrant*innen, die teils kurz davor, teils bereits vor langer Zeit in die Stadt gekommen sind und verschiedenen Glaubensrichtungen und Ethnien angehören.

"Duvarlar – Mauern – Walls" betrachtet, welche unmittelbaren und mittelbaren Folgen der Fall der Berliner Mauer für ihren Alltag hat. Die Berliner*innen sprechen vor der Kamera über ihre Vergangenheit und ihre Ankunft in der Stadt und über ihre Gegenwart – etwa Probleme auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt. Sie stellen sich Fragen über die Folgen der deutschen Einheit und ihre Zukunft im wiedervereinigten Deutschland. Und sie berichten über die zunehmende rassistische Gewalt Anfang der 1990er Jahre – in den Stadtvierteln, in der U-Bahn, an Schulen, in Geschäften.

Zum Zeitpunkt seines Filmes lagen das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen und die mörderischen Brandanschläge von Mölln und Solingen sowie die Aushölung des Asylrechts noch in der Zukunft. Die Statements der Interviewten bestechen durch ihre scharfsinnige Analyse, die zu dieser Zeit in dieser Klarheit niemand zu formulieren imstande war. Und sie verweisen auf den hohen Politisierungsgrad in den migrantischen Communities am Ende der 1980er Jahre – eine Erfahrung, die mit dem Fall der Mauer in Vergessenheit geriet.

Im Anschluss freuen wir uns auf ein Filmgespräch mit Can Candan.

 

Türkisch/Deutsch/Englisch

Can Candan

FSK keine Angabe

Tickets

Laufzeit: seit dem 03. Oktober 2023

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