Das koloniale Missverständnis

Regie: Jean-Marie Teno |
Kamerun, FR, DE | 2004 | 76 Min.
Das koloniale Missverständnis

Über den Film

„Als die ersten Missionare nach Afrika kamen, besaßen sie die Bibel und wir das Land. Sie forderten uns auf zu beten. Und wir schlossen die Augen. Als wir sie wieder öffneten, war die Lage genau umgekehrt: Wir hatten die Bibel und sie das Land“, bemerkte der erste Präsident Kenias Jomo Kenyatta einmal.

Die Geschichte der »Rheinischen Missionsgesellschaft« und ihr widersprüchliches Engagement erkundet der Kameruner Filmemacher Jean-Marie Teno auf seiner Reise durch die ehemaligen deutschen Kolonien. Auf den Spuren der Missionare reist Téno von Wuppertal über Südafrika, Namibia, Kamerun und Togo wieder zurück nach Wuppertal. 1828 mit der hehren Absicht gegründet, die christliche Botschaft zu verbreiten, war die Rheinische Missionsgesellschaft schon nach kurzer Zeit aktiv in die koloniale Unterwerfung Afrikas verstrickt: In ihren Augen waren der Missionsgedanke und die Kolonialpolitik eng miteinander verbunden. »Die Flinte und die Bibel müssen hier miteinander wirken.« Tenos Film rekonstruiert die Wechselwirkungen zwischen christlichem ‚Ethos’, kaufmännisch-kolonialen Interessen und den traumatischen Erlebnissen der Missionierten, thematisiert aber auch die aktuelle Position der afrikanischen Kirchen und deren politisches Engagement.

Die Verbrechen des Sklavenhandels und der Kolonisierung Afrikas – darunter Völkermorde, systematische Gewalt und unzählige Formen des Missbrauchs – wurden über Jahrzehnte verdrängt. Das Koloniale Missverständnis: darum geht es in dem Film mit dem Originaltitel „Le Malentendu colonial“.
 

 

Originalsprache mit dt. UT

Jean-Marie Teno

FSK keine Angabe | Empfohlen ab 16

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Laufzeit: seit dem 16. September 2025

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