Dienstag, 24. Oktober 2017

Die andere Seite der Hoffnung

Finnland 2017, 98 Min.
Regie: Aki Kaurismäki

Khaled, ein junger Syrer, gelangt als blinder Passagier nach Helsinki. Dort will er Asyl beantragen, ohne große Erwartungen an seine Zukunft. Wikström ist ein fliegender Händler für Männerhemden und Krawatten. In der Mitte des Lebens angekommen, verlässt er seine Frau, gibt seinen Job auf und profiliert sich kurzfristig als Poker-Spieler. Von dem wenigen Geld, das er dabei gewinnt, kauft er ein heruntergewirtschaftetes Restaurant in einer abgelegenen Gasse von Helsinki. Als die finnischen Behörden entscheiden, Khaled in die Ruinen von Aleppo zurückzuschicken, beschließt er, illegal im Land zu bleiben. Wikström findet ihn schlafend im Innenhof vor seinem Restaurant. Vielleicht sieht er etwas von sich selbst in diesem ramponierten, angeschlagenen Mann. Jedenfalls stellt er Khaled als Putzkraft und Tellerwäscher an. Für einen Moment zeigt uns das Leben seine sonnigere Seite, aber schon bald greift das Schicksal ein.

DIE ANDERE SEITE DER HOFFNUNG erzählt davon, dass jeder Melancholie ein fast rebellischer Zug der Hoffnung innewohnt. Und zeigt das Leben als Wechselspiel von ständiger Sehnsucht und schwankender Hoffnung, von fast märchenhafter Menschlichkeit und kaltem Realismus. Aki Kaurismäkis Filme sind bekannt für ihren lakonischen, skurrilen und minimalistischen Stil. Seine Helden waren immer die »kleinen Leute«: Außenseiter, Arbeiter und Arbeitslose – die Verlierer der Gesellschaft. Seit LE HAVRE hat Kaurismäki den Kosmos seiner filmischen „Underdogs“ um eine globale Komponente erweitert. Um diejenigen, die auf der Flucht sind und jetzt in der sozialen Hierarchie ganz unten stehen.

Aki Kaurismäki wurde auf den 67. Internationalen Filmfestspielen Berlin mit dem Silbernen Bär für die Beste Regie ausgezeichnet!

Beiläufig humorvoll gedreht, wundervoll künstlich überzeichnet mit prächtigen, skurril-würdevollen Figuren. Der richtige Film zur richtigen Zeit. Hier darf über alle die Widrigkeiten des großen wie des kleinen Lebens tüchtig gelacht werden. Was für eine Befreiung.
Taz

Mit lakonischen Dialogen, trockenem Humor und bierernsten Figuren, die emotionslos wirken und umso rührender sind, wenn ihre Gefühle sich für den Bruchteil einer Sekunde an die Oberfläche vorarbeiten.
Süddeutsche Zeitung

Trailer zu »Die andere Seite der Hoffnung«

Pressebilder zu »Die andere Seite der Hoffnung«

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