Filmreihe »Kindheit und Film«


Petits frères

Frankreich 1998, 92 min, OmU
Regie: Jacques Doillon

Petits frères

Talia ist 13, fast 14. Nach einem heftigen Streit mit ihrem Stiefvater haut sie mit ihrer Hündin Kim von Zuhause ab. Sie fährt nach Pantin, einer Pariser Vorstadtsiedlung, um dort bei einem Freund unterzukommen, aber der lebt mittlerweile in einem Heim. Sie trifft vier Jungs in ihrem Alter, die sie zu mögen scheinen. Doch sie stehlen Talias Hündin, um sie zu verkaufen oder bei Hundekämpfen mit ihr Geld zu machen. Talia ist verzweifelt und sucht Kim die ganze Nacht. Die vier Jungs behaupten, die »Großen« hätten sie geklaut. Die bekommen Wind von der Sache und holen sich Kim, um sie scharf zu machen für die »Arbeit«.

Der älteste der vier »Kleinen«, hat sich inzwischen in Talia verguckt und möchte ihr den Hund zurückbringen, aber sowohl die anderen drei, Mous, Nassim und Rachid, als auch die »Großen« möchten Geld mit Kim und bei Hundekämpfen verdienen. Talia lässt sich eine Pistole besorgen, sie ist nun fest entschlossen – und dafür gut ausgerüstet – die geliebte Hündin zurückzuholen.

»Die Stärke des französischen Films ›Petits frères‹ ist die Arbeit mit den jungen Darstellern, die sichtlich selbst die Erfahrungen der ›cité‹ mitbringen. Regisseur Jacques Doillon lässt ihre Sprache und ihre Bewegungen, ihren Witz und ihre Energie authentisch zur Geltung kommen. Gleichzeitig versteht er es aber auch, aus dem Reigen lose geknüpfter Szenen eine Erzählung von großer Dichte entstehen zu lassen.«


Die Farbe der Milch

Norwegen 2004, 94 min
Regie: Torun Lian

Die Farbe der Milch

Die 12-jährige Selma ist der festen Überzeugung, dass Jungen – wie später eben auch Männer – nichts als Probleme bereiten. Die Beweise dafür hält ihre Verwandtschaft parat. Schon seit Jahren wollen ihre Tante und ihr Onkel heiraten. Aber kaum steht ein Termin fest, geraten sie in einen so heftigen Streit, dass der Priester nach Hause geschickt und die Feier abgesagt werden muss. Und ist nicht Selmas Mutter aus Liebe sogar gestorben? Darum will Selma von Liebe nichts wissen. Sie widmet ihr Leben der Wissenschaft! Nichts weniger als den Nobelpreis will sie haben, und deshalb hat sie auch keine Zeit, mit ihren Freundinnen zu spielen, bei denen sich doch nur alles um Jungs dreht. Viel lieber diskutiert Selma wissenschaftliche Fragen mit dem gleichaltrigen Andy. Dann aber stellt sich heraus, dass der sich in Selma verliebt hat.

»Einen ›Film über Liebe und andere Naturkatastrophen‹ nennt Torun Lian ihre romantische Komödie, deren Heldin fest entschlossen ist, sich nicht zu verlieben – während eines herrlichen, unvergesslichen norwegischen Sommers.«

Trailer und Filmwebsite: www.die-farbe-der-milch.de


Meer is nich

Deutschland 2007, 102 min
Regie: Hagen Keller

Meer is nich

Lena ist 17 und wird bald die Schule abschließen. Wenn sie die Prüfungen überhaupt packt … Eine Lehrstelle? – Sie rebelliert gegen Berufsberater, gegen Lehrer und ihre Eltern. Nur an den Drums und mit ihrer Band kann Lena sich verwirklichen und verausgaben, ihre Wut rauslassen, pure Kraft, ja eigentlich das Leben spüren. Doch langsam muss sie sich trotzdem mal entscheiden …

»Meer is nich«, das Langfilm-Regiedebüt von Hagen Keller, ist die Geschichte eines Mädchens, das seinen Weg geht, sich nicht um jeden Preis anpassen will und trotz aller Widerstände und Rückschläge einen eigenen Lebensplan durchsetzt. Der Film berührt auf vielfältige und unprätentiöse Weise das universelle Thema des Erwachsenwerdens, erzählt von der Kraft der Musik und transportiert ein authentisches Lebensgefühl.

Für ihre Darstellung im Film »Meer is nich« wurde Elinor Lüdde als beste Nachwuchsdarstellerin mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet.

»Kraftvoll und beeindruckend! […] Elinor Lüdde ist ein Glücksfall für die Leinwand!« www.programmkino.de

Trailer und Filmwebsite: meerisnich.kinowelt.de