Filmreihe »60 Jahre Israel«
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Israel 2006, 97 min, OmU
Regie: Amos Gitai
- Altersempfehlung: ab 16 Jahren
- Klassenstufen: ab 11. Klasse
- Themen: Israel, Palästina
- Unterrichtsfächer: Politik, Geschichte, Religion
Im 1948er Krieg von seinem palästinensischen Besitzer verlassen; von der israelischen Regierung als "leer stehend" enteignet; 1956 an jüdisch-algerische Immigranten vermietet; von einem Universitätsprofessor gekauft, der es 1980 in ein drei-geschossiges Haus umbaut …
Dieses Gebäude in West-Jerusalem ist nicht mehr der Mikrokosmos, der es vor 25 Jahren war. Seine Bewohner leben in alle Himmelsrichtungen verstreut. Der gemeinsame Ort hat sich aufgelöst, bleibt aber ein emotionales und physisches Zentrum im Herzen des israelisch-palästinensischen Konflikts. Konkrete Realität ist zu versprengten Geschichten und Erinnerungen geworden. Eine neue Identität, eine neue Diaspora haben sich entwickelt.
Gitai hat eine Art menschlicher Archäologie geschaffen. Er untersucht die Beziehungen zwischen den Einwohnern des Hauses, Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Israelis und Palästinensern. Alle werden auf ihre Art ein Symbol für das Schicksal der Region, der Welt.
»Ein Film der vorbehaltlosen Entdeckerfreude, der mit der leisen Stimme der Besonnenheit spricht.« Jüdische Allgemeine
»… ein Film, dem nicht genug Aufmerksamkeit zuteil werden kann.« critic.de
- Dienstag, 20.05.2008, 20:30 Uhr
Tehilim
Israel 2007, 96 min, OmU
Regie: Raphael Nadja
- Altersempfehlung: ab 12 Jahren
- Klassenstufen: ab 7. Klasse
- Themen: Familie, Trauer/Trauerarbeit, Religion/Religiosität, Ethik, Judentum, Israel
- Unterrichtsfächer: Ethik, Religion
Eine jüdische Familie lebt im heutigen Jerusalem ein gewöhnliches Leben. Nach einem Autounfall verschwindet der Vater auf mysteriöse Weise. Alle gehen mit seiner Abwesenheit und den Schwierigkeiten im Alltag um, so gut wie sie können. Während sich die Erwachsenen in Schweigen und Tradition flüchten, suchen die beiden Kinder, Menachem und David, nach ihrem eigenen Weg den Vater zu finden.
Über den Titel:
Tehilim, die Psalmen, sind Gedichte, Lieder, Lehrstücke und Meditationen, die König David zugeschrieben werden. Sie bilden das Herzstück jüdischer Liturgie. Tehilim sollen Jüdinnen und Juden in ihrem täglichen Leben begleiten, bei jeder Gelegenheit: Heirat, Geburt, Freude, Traurigkeit, Trauer oder Verzweiflung. Es sind Texte sowohl für das Demütige wie auch das Kraftvolle; sie erzählen die Geschichte eines komplexen und harten menschlichen Kampfs und schildern eine Form exemplarischer Erlösung die wir wie eine Inspiration, Hoffnung und Referenz lesen und hinterfragen sollen.
»Der Film geht unter die Haut und bleibt mit uns, als wären wir ein Teil von ihm.« Herald Tribune
»Ein feinfühliger und scharfsinniger Film. Anspruchsvoll und liebenswürdig.« Le Monde
»Raphael Nadjari betritt jetzt die Arena der ganz großen Regisseure.« Ciné live
- Dienstag, 27.05.2008, 20:30 Uhr
- Mittwoch, 28.05.2008, 18:00 Uhr
- Donnerstag, 29.05.2008, 18:00 Uhr
Promises
Israel/USA 2001, 106 min
Regie: Justine Shapiro und B.Z. Goldberg
- Altersempfehlung: ab 14 Jahren
- Klassenstufen: ab 7. Klasse
- Themen: Nahost-Konflikt, Krieg, Gewalt, Kindheit, Identität, Religion/Religiosität, Werte, Judentum, Islam, Israel, Palästina, Migration, Vorurteile, andere Kulturen, Außenseiter
- Unterrichtsfächer: Geschichte, Sozialkunde, Religion / Ethik, Geografie, Politik
- Link: Filmpädagogisches Begleitmaterial
Schauplatz: Jerusalem, Brennpunkt der Religionen und Weltbilder. Für viele Palästinenser ist der Begriff »Israeli« eng verbunden mit dem Ausdruck »Soldat«; für viele Israelis ist »Palästinenser« gleichgestellt mit »Terrorist«.
»Promises« nähert sich der Fehde zwischen Israelis und Palästinensern auf eine sehr faszinierende und gefühlvolle Weise. Die Dokumentation betrachtet den Konflikt in den Krisengebieten aus einer ungewohnten Perspektive – durch die Augen seiner größten Opfer: der Kinder. In Jerusalem leben israelische und palästinensische Kinder keine 20 Minuten voneinander entfernt, und doch sind sie eingeschlossen in ihren Welten.
»Promises« begleitet sieben Kinder, über einen Zeitraum von mehreren Jahren, auf Ihrem Lebensweg und zeigt auf dramaturgische Weise ihre Eindrücke und Entwicklungen in der persönlichkeitsbildenden Zeit. Dabei wird eine tiefgehende Geschichte erzählt, in der es nicht nur um Land und Religion geht, sondern um Gefühle, Träume und Hoffnungen einer heranwachsenden Generation von Individuen, die nicht scheut ihre persönlichen Meinungen unverfälscht auszusprechen.
Wenige Besucher des Nahen Ostens (und auch nur wenige Einheimische) suchen die Orte auf, die »Promises« erforscht. Beobachter, die glauben, diesen Konflikt begriffen zu haben, und jene, die »genug davon haben«, waren immer wieder überrascht von dem, was sie von diesen Kindern lernen.
Seit seiner Premiere am Internationalen Filmfestival Rotterdam ist »Promises« von Publikum und Kritik weltweit begeistert aufgenommen worden. Der Film hat in Rotterdam Geschichte gemacht als erster Dokumentarfilm seit dreißig Jahren, der den renommierten Canal-Plus-Publikumspreis gewonnen hat (vor »Crouching Tiger, Hidden Dragon«, »Together« und »In the Mood for Love«). In den USA hat »Promises« den Publikumspreis und den Großen Preis der Jury als Bester Dokumentarfilm am San Francisco Film Festival gewonnen, in Locarno erhielt er den Spezialpreis der Ökumenischen Jury. »Promises« war 2002 für den Oscar™ als bester Dokumentarfilm nominiert.
Als Schulvorstellung vom 9. bis 20. Juni 2008.
- Dienstag, 10.06.2008, 20:30 Uhr
Route 181 – Fragmente einer Reise in Palästina-Israel (Teil I – Der Süden)
Frankreich/Belgien/Deutschland/Großbritannien 2003, 90 min, OmU
Regie: Michel Khleifi und Eyal Sivan
- Altersempfehlung: ab 16 Jahren
- Klassenstufen: ab 11. Klasse
- Themen: Israel, Palästina
- Unterrichtsfächer: Politik, Geschichte, Religion
Die Roadmovie-Dokumentation des palästinensischen Filmemachers Michel Khleifi und des israelischen Filmemachers Eyal Sivan folgt den Grenzen, die in der UN-Resolution 181 auf die Karte Palästinas gezeichnet wurden und die am 29. November 1947 von der UN angenommen wurden, als Teilungsplan Palästinas in zwei Staaten – einen jüdischen und einen arabischen. 56% des Landes sollten an die jüdische Minderheit gehen, während 43% der arabischen Mehrheit zugesprochen wurden, mit einem kleinen Teil unter internationaler Kontrolle.
Diese theoretische Grenze, die als »Lösung« präsentiert wurde, führte zum ersten israelisch-arabischen Krieg und zu einem Konflikt, der weit davon entfernt ist, gelöst zu werden. 55 Jahre später reisen die Filmemacher entlang der »Route 181«, einer Grenze, die in der Realität nie existierte.
Beide Filmemacher sind davon überzeugt, dass die Situation im Nahen Osten ein von Menschen gemachtes ideologisch/pathologisches Konstrukt ist, das daher auch wieder aufgehoben werden kann.
Auf ihrer ausgiebigen Reise hatten sie nur zufällige Begegnungen. Es wurden im Vorfeld weder Treffen vereinbart, noch Persönlichkeiten oder »offizielle« Gesprächspartner kontaktiert.
Nur mit einer Drehgenehmigung bewaffnet, sind sie angehalten und haben gefilmt: unbekannte Israelis und Palästinenser/innen, die über ihr Leben sprechen, ihre Erfahrungen, ihre Situation, ihre persönlichen Erinnerungen und ihr Verständnis von dem, was heute um sie herum passiert. Diese Leute sprechen auch über Morgen und was aus ihnen und ihrem Land werden könnte.
Michel Khleifi und Eyal Sivan wollten diese Reise gemeinsam unternehmen, um mit den Ohren des anderen zu hören, um – jeder mit der Hilfe des anderen – denen näher zu kommen, die normalerweise durch Angst voneinander entfernt bleiben.Um zu verstehen. Um Wünsche und Erfahrungen zu übermitteln; Träume der Menschen von politischen Projekten zu differenzieren; zu hören, was man vergessen will; dem anderen zuzuhören – im Sinne von der Suche nach einem möglichen Frieden und Zusammenleben hat die Reise die Qualität einer Initiation.
»Trotz der Stammes-Loyalität, die uns aufgebürdet wird und die wir ablehnen, haben wir uns entschlossen, gewappnet mit unserer gemeinsamen Erfahrung, in unser Land zurückzukehren. Damit wollten wir die geographische und mentale Realität, in der Männer und Frauen in Palästina-Israel heute leben, entschleiern.
Die Demarkationsline des Teilungsplans für Palästina, 1947 von der UNO ausgearbeitet und beschlossen, war der Ausgangspunkt für unseren Film. Für uns stellte sie sowohl eine dokumentarische Herausforderung als auch ein menschliches Abenteuer dar.
Unser Ziel war es, mit der gewöhnlichen Herangehensweise zu brechen, in der Menschen, Orte oder Vorkommnisse nur deshalb gefilmt werden, weil sie mit der ideologischen Einstellung des Filmemachers übereinstimmen, wo nichts als die bekannten politischen Diskurse oder Klischees dessen, was man den israelisch-palästinensischen Konflikt nennt, beleuchtet wird.
Entlang dieser Demarkationsline, die in der Realität nicht existiert, wollten wir auf eine ungewöhnliche Weise Männer und Frauen sowie Orte filmen, die vorher unbemerkt waren. Während dieser zufälligen Begegnungen hörten wir zusammen den unterschiedlichen Klängen der Menschen zu, ihren Leidenschaften und Desillusionen. Wir provozierten – in uns und in unseren Gesprächspartnern – ein Verhältnis von Zuneigung als Antwort auf einen tägliche Realität, die von Gefahr durchdrungen und von Tod überwältigt ist. Wir hoffen, dass die Stimmen derer, die im offiziellen Diskurs vergessen sind, gehört werden. Die Stimmen derer, die trotzdem die Mehrheit in beiden Gesellschaften ausmachen; derer, in deren Namen Kriege geführt werden.
Wir wollten einen Film schaffen, der der Vorstellung etwas entgegensetzt, dass das einzige, was Israelis und Palästinenser gemeinsam können, bis zum blutigen Ende zu kämpfen ist.«
Michel Khleifi und Eyal Sivan
»Route 181« ist in drei Kapitel unterteilt, die auch unabhängig voneinander gesehen werden können.
Von der Hafenstadt Ashdod zu den Grenzen des Gaza-Streifens
»Der Süden liegt im Schatten von Gaza. Über Gaza spricht man nicht. Geschlossen, man kann nicht rein. Ethnisch wurde der Süden sehr gesäubert, es gibt kaum Palästinenser. Da ist die alte Frau. Ansonsten gibt es im Süden nur den Gazastreifen. Daher äußern sich die Leute mit einem gewissen Gefühl von Freiheit, weil man ›unter sich‹ ist. Es gibt Redefreiheit, aber auch einen bestimmten Kampf im Angesicht des Gazastreifens, der Schuldgefühle weckt. In Gaza leben hauptsächlich Flüchtlinge, die kommen irgendwo her und die Leute wissen das«. (aus einem Gespräch mit den Filmemachern)- Dienstag, 24.06.2008, 20:30 Uhr
Route 181 – Fragmente einer Reise in Palästina-Israel (Teil II – Das Zentrum)
Frankreich/Belgien/Deutschland/Großbritannien 2003, 90 min, OmU
Regie: Michel Khleifi und Eyal Sivan
- Altersempfehlung: ab 16 Jahren
- Klassenstufen: ab 11. Klasse
- Themen: Israel, Palästina
- Unterrichtsfächer: Politik, Geschichte, Religion
Von der jüdisch-arabischen Stadt Lod/Lydda nach Jerusalem
Das Zentrum ist das Herz des Konflikts. Es grenzt an die Westbank, da ist die Region Jerusalem, wo der Konflikt am härtesten ist. Es gibt die unterschiedlichsten Begegnungen aus dem Alltag, wie Szenen über die Möglichkeiten und Grenzen des Zusammenlebens in der gemischten palästinensisch-jüdischen Stadt Lod/Lydda, während der Ausgangssperre in Ramallah sitzt ein Soldat in seinem Panzer und philosophiert über Kafka, Geographen erklären die Verschiebungen der Grenzen.
- Freitag, 27.06.2008, 18:00 Uhr
Route 181 – Fragmente einer Reise in Palästina-Israel (Teil III – Der Norden)
Frankreich/Belgien/Deutschland/Großbritannien 2003, 90 min, OmU
Regie: Michel Khleifi und Eyal Sivan
- Altersempfehlung: ab 16 Jahren
- Klassenstufen: ab 11. Klasse
- Themen: Israel, Palästina
- Unterrichtsfächer: Politik, Geschichte, Religion
Von Rosh Ha'ayn, neben der neuen Trennungsmauer bis an die libanesische Grenze
»Im Norden wird der Kolonialismus aus der Zeit vor der Staatsgründung Israels sehr sichtbar. In jener Region hat die Besiedlung begonnen. Je mehr wir uns der Grenze nähern, desto mehr treffen wir Leute, die beinahe verloren sind, im Norden, an der Grenze.«
Palästinensische Arbeiter bauen an der Trennungsmauer, ein Veteran erzählt über die Vertreibungen der Palästinenser im Rahmen der »Besen-Aktion«, an der Nordgrenze erzählen Juden aus Marokko und Tunesien von ihrem Leben dort und stellen ihre Gegenwart in Israel in Frage und weitere Begegnungen.
- Samstag, 28.06.2008, 18:00 Uhr