Programm 21. bis 27. Juni 2007
← Woche vom 14. bis 20. Juni 2007
| Donnerstag, 21.06.2007, 20:00 Uhr | queering work! |
| Freitag, 22.06.2007, 20:00 Uhr | Vorsicht Arbeit |
| Freitag, 22.06.2007, 22:30 Uhr | Like Father |
| Samstag, 23.06.2007, 20:00 Uhr | Modern Times |
| Mittwoch, 27.06.2007, 20:30 Uhr | Kinky Boots |
Woche vom 28. Juni bis 4. Juli 2007 →
Work in Progress
queering work!
Ein transdisziplinäres Forschungsprojekt zu Arbeit, Sexualität & Prekarisierung
k_b_l (brigitta kuster, pauline boudry, renate lorenz)
Seit 1997 arbeiten k_b_l an den Schnittpunkten von Kunst, Theorie und Film. Das fortlaufende Forschungsprojekt »queering work!« beschäftigt sich mit gegenwärtigen soziopolitischen Fragestellungen zu Arbeit, Sexualität und Migration. In besonderer Weise interessiert k_b_l eine Analyse der Bedeutung und der Produktivität von Sexualität im Bereich der Arbeit. Wie lassen sich die üblicherweise getrennt verlaufenden Diskurse zu einer materialistischen Kritik an neoliberalem Kapitalismus und die queer-feministische Kritik an Heteronormativität und Zweigeschlechtlichkeit in Verbindung bringen?
Brigitta Kuster (*1970) studierte Kunst in Luzern, Schweiz. Sie arbeitet in verschiedenen kunst/politischen Initiativen wie »Anbau neue Mitte«, »RESPECT« oder »Gesellschaft für Legalisierung«.
Pauline Boudry (*1972) studierte Kunst an der Kunstakademie in Genf. Sie spielt in der queer band »rhythm king and her friends« (label kitty yo).
Renate Lorenz (*1963) studierte Drama/Theater/Medien an der Universität Giessen und Medienkunst in Köln. Seit Beginn der 90er Jahre arbeitet sie im Feld von »Kunst & Politik«, insbesondere an der Produktion queerer und feministischer Kunstprojekte, Filme, Ausstellungen, Veranstaltungen und Konferenzen. Sie ist zudem Autorin und Herausgeberin verschiedener Bücher und Texte. Sie organisiert den monatlichen queer-feministischen Filmclub »clipclub« in Berlin (gemeinsam mit Karin Michalski).
»Macht im Feld der Arbeit wird nicht zuletzt deswegen wirksam, weil verschiedene berufliche, geschlechtliche und sexuelle Positionen gleichzeitig eingenommen werden müssen, die sozial hoch widersprüchlich sind. Aus queer-feministischer Perspektive betrachtet sollen solche sozialen, sexuellen und ethnisierten Unsicherheiten/Unentscheidbarkeiten im Kontext der Debatte um Prekarisierung angesprochen werden.« Brigitta Koster
copy me – i want to travel
Deutschland 2004, 68 min
Regie: k_b_l, Musik: rhythm king and her friends
Die Kopie, von der der Film erzählt, wurde in Bulgarien produziert: in den 80er Jahren demontierte man dort das Westprodukt Apple-II und setzte es als Ostprodukt Pravetz-82 neu zusammen. Inoffiziell eine Kopie, offiziell eine eigene bulgarische Produktion. Frauen nahmen bei der Produktion dieser Kopie eine besondere Rolle ein. Später, am Übergang vom Sozialismus zum Kapitalismus, wurde der Rechner auch zum Instrument für die Produktion von Computerviren. Einmal gemacht, kopierten sich die Viren selbst und sie reisten: »Die USA können mich an der Einreise hindern, aber nicht meine Viren«, so Dark Avenger, eine VirenschreiberIn, deren Produkte in Unternehmen der USA besonders hohe Schäden anrichteten.
Gemeinsam, drei Filmemacherinnen und drei Computerspezialistinnen unternahmen wir diese Recherche durch die Geschichte der bulgarischen Computerproduktion. Der Film erzählt sie in Gesprächen mit Plamen Vachkov, dem ehemaligen Generaldirektor der Pravetz-Fabrik, mit Doriana Moneva, die die Leiterplattenproduktion in Pravetz einrichtete und Maschinen im westlichen Ausland einkaufte, mit Maria Petrova, die Arbeiterin im Pravetz-Werk war und Proteste wegen ausstehender Löhne anleitete oder mit Vesselin Bontchev, dem »Virusjäger«, dem größten Gegenspieler Dark Avengers.
Diskussion und Gesprächsrunde: Brigitta Kuster wird im Anschluss an den Film das Projekt »queering work!« sowie einige zentrale Thesen der Forschungsarbeit vorstellen und für Fragen und Diskussionen zur Verfügung stehen.
Mit Unterstützung vom autonomen feministischen Referat der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
- Donnerstag, 21.06.2007, 20:00 Uhr
Work in Progress
Vorsicht Arbeit
Frankreich 2003, 109 min, OmU
Regie: Pierre Carles, Christophe Coello, Stéphane Goxe
»Nachdem ›Vorsicht Arbeit‹ schon auf unterirdischem Wege Verbreitung gefunden hat, kommt der Film jetzt endlich in seiner endgültigen Fassung ins Kino. Mehr als ein Jahr lang war eine erste Fassung dieses Dokumentarfilms fröhlich und unvorhersehbar kreuz und quer umher gewandert, manchmal an die unglaublichsten Orte, oft zur Überraschung eines Publikums, das zwar gewarnt war – da gespickt von Arbeitslosen –, aber dennoch fassungslos ob seines Tonfalls. Die durch den Film ausgelösten Diskussionen, die Begeisterung auf der einen wie die Empörung auf der anderen Seite, haben uns darin bestärkt, weiterzumachen, diese bilderstürmerische Untersuchung fortzusetzen und eine unverklemmte Debatte über die Rolle der Arbeit in der esellschaft anzuregen.« Die FilmemacherInnen
Was man »Arbeit« nennt, steckt in einer noch nie dagewesenen funktionalen und sozialen Krise – und trotzdem wird sie weiterhin von allen wie eine heilige Kuh verehrt. Parteien und Gewerkschaften – auch linke und ganz linke – bleiben allesamt der Logik der Produktivität verhaftet, die selten in Frage gestellt wird. Immer sind sie gerne bereit, der Arbeit tausenderlei Reize anzudichten.
»›Vorsicht Arbeit‹ will beitragen zu einer Neuformulierung dieser Kritik, gegen den Zeitgeist und gegen die abgeschmackten Wahrheiten, mit denen man uns von morgens bis abends in den Ohren liegt.« Die FilmemacherInnenDiskussion und Gesprächsrunde: VertreterInnen der ALSO berichten über die Situation in Oldenburg.
In Zusammenarbeit mit dem Rosa Luxemburg Club Oldenburg.
- Freitag, 22.06.2007, 20:00 Uhr
Work in Progress
Like Father
Großbritannien 2001, 94 min, OmU
Regie: Amber Production Team
»Like Father« ist das neueste und in Großbritannien vielbeachtete Werk der einzigartigen Filmarbeit des Amber Production Teams. Die Amber Group ist seit 1969 in Newcastle im Nordosten Englands ansässig. Phantasie und Realismus, Witz und ernsthafte soziale Auseinandersetzung verschmelzen im Blick des Amber-Kollektivs auf ihre Helden: working class people und ihre Probleme, Kämpfe, Gefühle. Die Amber-Filme basieren auf intensiven Beziehungen zu der Region, ihren Gemeinwesen und ihren Menschen. Die Filmprojekte werden mit den Leuten vor Ort gemeinsam entwickelt. Diese Arbeitsweise verleiht den Produktionen eine Authentizität, die über gewöhnlichen Kinorealismus weit hinausgeht.
Die Geschichte von drei Generationen einer Bergarbeiterfamilie im ehemaligen Kohlerevier im Nordosten Englands. Joe Elliots Vater Arthur hat sein Leben lang in den Minen gearbeitet. Joe selbst wurde durch die Rezession mit Mitte 30 aus dem Bergbau entlassen und versucht nun als Musiklehrer sein Glück. Joes Sohn Michael ist unsicher über seine Zukunft. Allen dreien macht die desolate Lage zu schaffen. Die Ereignisse kommen ins Rollen, als Großvater Arthur sich gegen die Modernisierungspläne einer Baugesellschaft auflehnt. Er soll das Stückchen Land verlassen, auf dem seit 50 Jahren sein Wohnwagen samt Taubenhaus steht. Der Alte leistet handgreiflich Widerstand. Doch die Situation droht zu eskalieren und zwingt Großvater, Vater und Enkel schließlich zur Entscheidung, was jeder von ihnen wirklich vom Leben will …
»Amber versteht es herrvoragend, vor dem Hintergrund genauer Milieubeschreibung spannende und bewegende Filme für ein großes Publikum zu schaffen.« filmdienst
- Freitag, 22.06.2007, 22:30 Uhr
Work in Progress
Modern Times
USA 1936, 87 min
Regie/Buch/Musik: Charles Chaplin, Darsteller: Charles Chaplin, Paulette Goddard, Henry
Bergmann, Allan Garcia, Tiny Sandford
Charlie der Tramp gerät in die Industrie- und Arbeitsweit. Am Fließband einer Fabrik, dann buchstäblich im Räderwerk der Maschine, als Testperson eines »Frühstücksautomaten« und unfreiwillig als Streikführer, erlebt Charlie die Absurdität eines reglementierten Lebens und Arbeitens, das die Menschen zu Werkzeugen der Maschinen werden lässt. Nach der Etablierung des Tramps in der Maschinenwelt – und seinem Scheitern – bestimmen die Arbeitssuche und die Beziehung zwischen dem Tramp und Gamine den Handlungsverlauf.
»Sie leben wirklich. Beide besitzen einen ewig jugendlichen Geist und gehorchen keiner Moral, während der Rest der Menschheit von Pflichten niedergedrückt wird. Ein Diebespaar, babes in the woods. Wir bestreiten unseren Lebensunterhalt durch Betteln, Borgen, Stehlen. Zwei fröhliche Geister, die sich mehr oder weniger ehrlich durchs Leben schlagen.« Charles Chaplin
»Wenn wir weiterhin die gegenwärtige Situation als unvermeidlich ansehen wollen, kann unser ganzes Gesellschaftssystem in die Brüche gehen. Die gegenwärtige bedauerliche Situation kann jedenfalls nicht den fünf Millionen arbeitslosen Menschen angelastet werden, die gerne arbeiten wollen, ja, darauf brennen zu arbeiten, und doch keinen Job finden. […] Maschinen sollten der Menschheit nützen. Sie sollten kein Unheil bringen und sie nicht ihrer Arbeitsplätze berauben. Arbeitssparende Techniken und andere moderne Erfindungen wurden ursprünglich nicht um des Profits willen entwickelt, sondern um der Menschheit bei ihrer Suche nach Glück zu helfen.« Charles Chaplin 1931, New York World
- Samstag, 23.06.2007, 20:00 Uhr
RollenWechsel
Kinky Boots
Großbritannien 2005, 107 min, OmU
Regie: Julian Jarrold
Jungunternehmer Charlie Price erbt völlig unvorbereitet die Schuhfabrik seines Vaters und muss bald erkennen, dass deren traditionelle Herrenschuhe längst zu absoluten Ladenhütern geworden sind. Um die Firma vor dem Bankrott und die langjährigen Mitarbeiter vor der Arbeitslosigkeit zu retten, braucht Charlie schnellstens eine Marktlücke im hart umkämpften Schuhgeschäft.
Zufällig trifft er in London auf die Drag-Queen Lola, die ihn auf die Idee bringt, eine Kollektion High-Heels für Transvestiten zu entwerfen. Jetzt gilt es nur noch die konservativen Angestellten der Fabrik von der Idee zu überzeugen …
»›Kinky Boots‹ ist eine mitreißende britische Komödie auf der Basis einer wahren Begebenheit und sprüht förmlich vor Leidenschaft. Kaum ein Fuß der Zuschauer dürfte bei den rasanten Revuen unbewegt bleiben!« Internationales Filmfest Emden
»Warmherzig, witzig, gewagt – von den Machern des Überraschungserfolgs ›Kalender Girls‹ kommt ein Feelgood-Movie über Respekt, Loyalität und die richtigen Schuhe!« movie.de
- Mittwoch, 27.06.2007, 20:30 Uhr
- Donnerstag, 28.06.2007, 20:30 Uhr
- Freitag, 29.06.2007, 20:30 Uhr
- Samstag, 30.06.2007, 20:30 Uhr