11. Juni 2010

Sonderpreis für besonders gelungene Projekte in der Kinder -und Jugendfilmbildung

Begründung der Jury:

Preisverleihung in Berlin

»In diesem Jahr wird der Sonderpreis für besonders gelungene Projekte im Bereich der Kinder- und Jugendfilmbildung verliehen. Zehn Bewerber gehen mit sehr unterschiedlichen und sehr schönen Ideen ins Rennen. Es gibt selbst verwaltete Jugendfilmclubs, schreibende Jungkritiker, angeleitete Kinderfilmgruppen, Bespaßung im Kino mit Rätseln, Toben und Verstecken, selbst gedrehte Trailer und sogar Dokumentarfilme über Problemviertel. Bitte macht weiter so und lasst Euch noch viele wunderbare andere Dinge einfallen! Denn gerade in unserer heutigen medienverstopften Welt, und wir wollen nicht müde werden das zu betonen, ist es extrem wichtig, Kindern und Jugendlichen Kompetenzen zu verschaffen in Auswahl, Analyse, Angebot und Einordnung von Medien und ihren Inhalten. Wir haben uns für das beeindruckende Projekt ›CineVision‹ entschieden: Kino mit, für und von Jugendlichen – die Jugendgruppe des Cine k Oldenburg. Hervorgegangen aus einer kleinen Schul-AG treffen sich 10 Jugendliche seit über drei Jahren wöchentlich im Cine k und gestalten ein eigenes Kinoprogramm. Der Wunsch nach einem eigenen Filmfestival lässt die jungen Leute 2008 zur Berlinale reisen, um ihre Erfahrungen anschließend in das viertägige Festival ›Vorsicht Jugend‹ mit Schwerpunkt Osteuropa umzusetzen. Es folgt 2009 das Roboter-Festival ›Ich-Maschine‹ u.a. mit einer Aufführung von Fritz Langs METROPOLIS – für viele die erste Auseinandersetzung mit Stummfilm. Für Januar 2010 organisiert die Gruppe mit großem Erfolg das Filmfestival ›Zwischen Rosa und Blau‹ zum Thema sexuelle Identitäten. Im eingereichten selbst gestalteten Trailer bedanken sich die jungen Leute fantasiereich bei ihren Betreuern dafür, dass diese sie ausgehalten haben. Diese Betreuer wiederum schreiben uns: ›Manchmal ist die Arbeit mit den Jugendlichen nervenaufreibend und anstrengend, aber ein Kinoprogramm mit Erwachsenen zu gestalten, läuft auch nicht immer problemlos. Die Sehgewohnheiten der Jugendlichen haben sich in den drei Jahren gemeinsamen Arbeitens grundlegend verändert. War am Anfang eine Hauptmotivation der Jugendlichen, auch einmal einen amerikanischen Blockbuster vorzuführen und ansonsten die Vorstellungen im Cinemaxx zu besuchen, sind die Jugendlichen mittlerweile regelmäßige BesucherInnen unseres Abendprogramms und reagieren allergisch auf synchronisierte Fassungen. Auf jeden Fall sind wir guter Dinge, dass unser Nachwuchs dem Kino lange treu sein wird. Vielleicht findet sich der eine oder die andere ja irgendwann mal als KinomacherIn wieder.‹ In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch!«

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